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HintergründeDie Donau ist Europas Lebensader. Auf ihrer fast 3.000 km langen Reise zwischen Schwarzwald und Schwarzem Meer durchquert sie 10 Staaten und verbindet seit Jahrtausenden West- Mittel- und Osteuropa. Von globaler Bedeutung ist die Vielfalt der Biodiversität im Strom und in seinen Auen. Beginnend als klarer, steiniger Gebirgsfluss mündet die Donau als majestätischer Tieflandstrom in einem gigantischen Delta ins Meer. Kiesbänke und Inseln, Lehmwände, atemberaubende Schluchtstrecken und die schwimmenden Schilfinseln des Deltas sowie vielgestaltige Auwälder, Nebenarme, Sümpfe und Altarme, trockene Heißländen sind Lebensraum für hunderte Vogel- und Fischarten. Bis heute liefert die Donau erstklassiges Trinkwasser und bietet Erholungsräume für Zig-Millionen Menschen.Nach einem EU Masterplan, dem Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T), zählt die "Binnenwasserstraße Rhein/Maas-Main-Donau" zu den vorrangig auszubauenden Achsen. Auf 1.400 Flusskilometern sollen Kurven begradigt, völlig unterschiedliche Flussabschnitte bei den angestrebten Fahrwassertiefen über einen Leisten gespannt, bzw. sollen (in Bayern) sogar Wasserstandsschwankungen mit Staustufen - Schifffahrtshindernis Nummer 1 - ausgeglichen werden. Eine toter Donau-Kanal - der "Verkehrskorridor Nr. VII" - würde entstehen und 200 Inseln, viele hochrangige Schutzgebiete, darunter auch Nationalparke, für immer zerstören. Darüber hinaus gefährdet das gigantische Donau-Kanalisierungsprojekt viele für die Menschen unersetzliche Umweltressourcen: Durch die Beeinträchtigung des Grundwasserhaushalts müsste das Trinkwasser für über 20 Millionen Menschen chemisch aufbereitet werden, die Selbstreinigungskraft des Flusses würde sich extrem verschlechtern, der Verlust von Auwäldern und Rückhalteräumen für Hochwasser würde die Gefahr von Überschwemmungen verschärfen. Die meisten der gegenwärtigen Ausbaupläne beschränken sich darauf, den Fluss für immer größere Schiffe in ein Korsett zu zwängen, anstatt neue und erprobte Technologien im Schiffbau, in der Logistik und Kommunikation zu fördern, mit denen die Tranksportkapazität erhöht und die Beeinträchtigungen der Umwelt erheblich verringert werden können. Die Schifffahrt ist wichtig - aber nicht die einzige Funktion der Donau! Größter Angriff auf die österreichischen Donau-Auen seit Hainburg 1984 25 Jahre nach der legendären Hainburger Aubesetzung sind die Donau und die Donau-Auen bei Hainburg einem neuen Großangriff ausgesetzt. Die republikseigene Wasserstraßen GmbH via donau will den Donaustrom zwischen Hainburg und Bratislava zu einem Schifffahrtskanal ausbauen. Die frei fließende Donau soll eingeengt und der Flussboden mit groben Steinen belegt werden - damit will man ihre Dynamik des freien Donaustroms um ca. 80 % reduzieren. Im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP), dem Umsetzungsinstrument der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), wurde die Donau östlich von Wien aber in einem guten Zustand ausgewiesen. Dieser gute Zustand muss durch entsprechende Erhaltungsmaßnahmen bewahrt werden. Außerdem muss die Donau auf Grund ihres Schutzstatus im NGP als Tabuzone für weitere Nutzungen ausgewiesen werden. Projekte, wie das Flussbauliche Gesamtprojekt, gefährden in der geplanten Form massiv den guten Zustand, verstoßen gegen das Verschlechterungsverbot der WRRL und dürfen daher nicht durchgeführt werden. Die via donau ist in einem beträchtlichen Ausmaß selbst für die Eintiefung der Donau durch die so genannten "Erhaltungsbaggerungen" verantwortlich. Das aktuelle Wahnsinnsprojekt sieht nun eine weitere Erhöhung der Tiefe der Schifffahrtsrinne auf statistisch 2,8 Meter vor. Konsequenz: Höhere Kosten für die SteuerzahlerInnen und massive Eingriffe in den Nationalpark sowie verstärkter Ausbaudruck auch für die restlichen unverbauten Donauabschnitte - wie die Wachau - wären die logische Folge. Ziel dieser Politik ist es, andere Donaustaaten wie Ungarn zum Ausbau zu animieren und ihr Projekt zum "Exportschlager" zu machen. Damit würde Österreich seine gesamteuropäische Verantwortung für die Erhaltung des gesamten Donaustroms konterkarieren. Um Widerstände gegen diesen seit 1984 nicht mehr so massiv geplanten Eingriff in die Ökologie des Donaustroms und der Donau-Auen zu minimieren, werden auch ökologische Maßnahmen, wie Gewässervernetzungen und Uferrückbauten als Beruhigungspille präsentiert. Lediglich ein kleiner Teil des Budgets von 220 Millionen Euro ist für echte ökologische Maßnahmen gewidmet! Weitere Informationen: UWD Website Flussbauliches Gesamtprojekt Internationale Donau Kampagne Donau Kampagne: Bund Naturschutz in Bayern e.V., Ortsgruppe Deggendorf Broschüre RETTET DIE DONAU - Schifffahrtskanal oder lebendiger Fluss? |
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